Die kurze Antwort
Das Wichtigste vorab.
Beschreiben Sie nicht zuerst Farben, Seitenzahlen oder technische Systeme. Beginnen Sie mit dem geschäftlichen Anlass, den wichtigsten Zielgruppen und der Handlung, die Besucher ausführen sollen. Ergänzen Sie vorhandene Inhalte, notwendige Funktionen, Zuständigkeiten, Zeitrahmen und Budget. Ein Briefing von zwei klaren Seiten ist oft hilfreicher als zwanzig Seiten voller Lösungsvorgaben.
Der Kern des Briefings
Diese zehn Antworten braucht das Projekt.
1. Warum jetzt?
Was hat sich im Unternehmen, im Angebot oder im Markt verändert? Welches Problem löst die bisherige Website nicht mehr?
2. Welches Ziel?
Soll die Website mehr passende Anfragen, Bewerbungen, Verkäufe, Terminbuchungen oder vor allem bessere Orientierung erzeugen?
3. Für wen?
Welche zwei oder drei Zielgruppen sind am wichtigsten? Mit welcher Frage oder Unsicherheit kommen sie auf die Website?
4. Was ist anders?
Warum entscheiden sich Kunden für Ihr Unternehmen? Welche Erfahrung, Arbeitsweise oder Spezialisierung ist wirklich relevant?
5. Welche Inhalte?
Was existiert bereits, was muss neu entstehen und wer kann fachliche Informationen, Bilder und Freigaben liefern?
6. Welche Funktionen?
Welche Handlungen müssen möglich sein: Kontakt, Buchung, Bewerbung, Download, Suche, Login oder Schnittstellen?
7. Welche Vorgaben?
Gibt es ein Corporate Design, rechtliche Anforderungen, mehrere Sprachen oder technische Systeme, die berücksichtigt werden müssen?
8. Wer entscheidet?
Wer arbeitet zu, wer bündelt Rückmeldungen und wer gibt Inhalte, Gestaltung und Livegang verbindlich frei?
9. Welcher Rahmen?
Welches realistische Budget steht zur Verfügung und welche Folgekosten dürfen nach dem Start entstehen?
10. Wann fertig?
Gibt es einen echten Geschäftstermin? Welche internen Lieferungen und Freigaben müssen davor rechtzeitig erfolgen?
Nicht „alle“
Zielgruppen über konkrete Situationen beschreiben.
Demografie allein hilft einer Website kaum. Aussagekräftiger ist die Situation: Eine Einkaufsleiterin vergleicht drei Anbieter, ein Bewerber prüft die Arbeitskultur oder ein Bestandskunde sucht schnell einen Ansprechpartner.
Notieren Sie für jede wichtige Gruppe den Auslöser des Besuchs, die größte offene Frage, mögliche Zweifel und den sinnvollsten nächsten Schritt. Daraus entstehen Inhalte und Seitenwege, die tatsächlich Orientierung geben.
- In welcher Situation kommt die Person auf die Website?
- Was muss sie in den ersten zehn Sekunden verstehen?
- Welche Belege schaffen Vertrauen?
- Welche Einwände oder Unsicherheiten bestehen?
- Welche Handlung ist der passende nächste Schritt?
Inhalte realistisch planen
Früh klären, was bereits da ist.
Viele Website-Projekte verzögern sich nicht wegen Technik, sondern weil Texte, Bilder oder fachliche Freigaben fehlen. Eine ehrliche Materialliste verhindert, dass diese Arbeit erst kurz vor dem Livegang sichtbar wird.
Vorhanden
Markenunterlagen, Leistungsbeschreibungen, Präsentationen, Bildmaterial, Referenzen, Suchdaten und bestehende Website-Inhalte sammeln.
Brauchbar
Prüfen, welche Inhalte aktuell, rechtlich nutzbar und qualitativ ausreichend sind. Vorhanden bedeutet nicht automatisch veröffentlichungsfähig.
Neu zu erstellen
Textinterviews, Fotografie, Illustrationen, Fallstudien oder Übersetzungen mit Verantwortlichen und Terminen einplanen.
Freizugeben
Fachliche, rechtliche und geschäftliche Freigaben bündeln. Ein benannter Entscheider verhindert widersprüchliche Einzelrückmeldungen.
Vergleichbare Gespräche
Woran Sie eine gute Rückmeldung erkennen.
Eine passende Agentur bestätigt nicht einfach jede Annahme. Sie fragt nach Prioritäten, Zielkonflikten, vorhandenen Daten und dem tatsächlichen Entscheidungsweg Ihrer Kunden.
Die Rückmeldung sollte erklären, welcher Umfang empfohlen wird, welche Mitwirkung nötig ist, wo Risiken liegen und welche Punkte vor einem Festpreis noch geklärt werden müssen.
- Die Aufgabe wird in eigenen Worten präzise zusammengefasst
- Annahmen und offene Fragen werden transparent benannt
- Der vorgeschlagene Umfang passt zu Ziel und Budget
- Inhalte, Freigaben und Projektmitwirkung sind eingeplant
- Qualitätssicherung und Veröffentlichung sind konkret beschrieben
- Unnötige Funktionen werden nicht als Pflicht verkauft
Häufige Fragen
Kurz geklärt.
Wie lang sollte ein Website-Briefing sein?
Für viele Unternehmenswebsites reichen zwei bis fünf klare Seiten. Entscheidend sind konkrete Antworten, nicht die Länge. Anhänge mit Markenunterlagen, Inhaltslisten oder technischen Anforderungen können separat ergänzt werden.
Muss vor dem Briefing schon eine Seitenstruktur feststehen?
Nein. Bekannte Pflichtseiten und Funktionen dürfen genannt werden, die endgültige Struktur sollte aber aus Zielen, Zielgruppen und Inhalten entwickelt werden. Eine zu frühe Seitenliste kann bessere Lösungen unnötig einschränken.
Soll das Budget im Briefing genannt werden?
Ja. Ein realistischer Budgetrahmen hilft, Umfang und Vorgehen passend zu planen. Ohne Rahmen entstehen häufig Vorschläge, die fachlich gut, aber wirtschaftlich nicht vergleichbar sind.